Stephen King – 45 Jahre plastische Horrorliteratur

Stephen King steht seit den späten Siebzigerjahren für originelle Horrorliteratur, die er seitdem beinahe jedes Jahr um ein Werk erweitert. Die Liste seiner Veröffentlichungen ist erstaunlich lange, und es dürfte sicherlich mehrere Jahre dauern, diese auch mit beharrlichem Leseverhalten komplett zu konsumieren. Und diesen Autoren könnte man auch als Maler betrachten.

Einer der erfolgreichsten Autoren der westlichen Welt

Als einer der produktivsten und erfolgreichsten Belletristikautoren des 20. und 21. Jahrhunderts prägt er nun die literarische Szene mit seinen Romanen rund um die Genres Horror, Thriller und Mystery. Auch wenn Literaturkritiker ihn jahrelang als Schundautoren abtaten und ihn nicht einmal schlechter Kritiken würdigten, hat er heute den Status als hochprofessioneller Autor, mindestens aber als besserer Horrorliterat, inne.

Ein Maler im Autorenkostüm

Einen großen Wert legt King auf die Beschreibung von realistischen und phantastischen Gegenständen. Auch seine Lautmalerei sucht in der modernen Belletristik ihresgleichen. Beispielsweise die Poster von Dear Sam kommen den Beschreibungen, die King für seine düsteren und schaurig-schönen Landschaften benutzt, sehr nahe.

Passend dazu ist der Protagonist in vielen Romanen Kings ein Maler. So einfach, lediglich einen Autoren zu porträtieren, hat King es sich nicht gemacht. Sein Alter Ego malt – in unterschiedlichsten Farben, Mustern und Techniken. Meistens verarbeiten die Charaktere dabei ihre traumatischen, aber auch ihre schönen Erlebnisse. Wie in dem Roman Love, mit dem King auch seine eigene Ehe reflektiert und nur so mit Lautmalereien um sich wirft. Er leistet Großes, wenn seine Figuren nach dem ersten Akt die Sphären der Realität verlassen und sich ihren Fantasien hingeben.

Nicht selten sind Drogensüchte, verkappte psychische Erkrankungen und tragische Unfälle im eigenen Umfeld ausschlaggebend dafür. Realistische Umstände verpackt King in fantastischen Horror, den man sich bildlich besonders gut vorstellen kann. Da ist der kalkweiße Clown aus dem Epos Es, der mit seinem knallroten Luftballon auf sich aufmerksam macht. Es sind die grün-schleimigen Tommyknockers, die in Das Monstrum ein ganzes Dorf unterjochen, eine Prophezeiung, die in der gegenwärtigen Opiatkrise der USA ihre makabre Selbsterfüllung zelebriert. Auch sind es die im Mondlicht glühenden Steine, die den Protagonisten des Klassikers Friedhof der Kuscheltiere zu dem pechschwarzen Friedhof führen, auf dem er seine Katze begräbt.

Literatur und Malerei gehen Hand in Hand. Die Verbindung sprachgewaltiger Bücher mit wirkungsvollen Farben ist nicht selten eine schöne Erfüllung der noch im Unterbewusstsein schlummernden Fantasie eines jeden Lesers.

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